Fellowship Bericht vom AO Trauma DACH Fellowship bei PD Dr. Dietmar Krappinger an der Universitätsklinik Innsbruck

02.–13.03.2026
Fellowship Bericht vom AO Trauma DACH Fellowship bei PD Dr. Dietmar Krappinger an der Universitätsklinik Innsbruck

Anfang März 2026 erhielt ich im Rahmen des DACH Fellowships der AO Trauma Switzerland die interessante Möglichkeit, zwei Wochen als Fellow an der Universitätsklinik Innsbruck zu verbringen, mit dem Ziel, mein Wissen in der Behandlung von Becken- und Acetabulumfrakturen gezielt zu vertiefen. Entsprechend gross war meine Freude, als ich die Zusage für das Fellowship bei PD Dr. Dietmar Krappinger erhielt.

Innsbruck bietet aufgrund seiner einzigartigen geografischen Lage ein breites Spektrum an Outdoor-Aktivitäten. Dies spiegelt sich auch im klinischen Alltag wider: Das hohe Aufkommen an Sportunfällen führt zu einer entsprechend grossen Zahl an Becken- und Acetabulumfrakturen. Als Level 1 Traumazentrum gewährleistet das Spital zudem die umfassende Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten. Mit rund 1500 Betten, davon etwa 150 in der Orthopädie und Unfallchirurgie, zählt es zu einem grösseren Krankenhaus in Österreich. Die beiden Kliniken, die Unfallchirurgie und Orthopädie, wurden 2020 zusammengelegt und stehen seither unter der Leitung von Prof. Dr. Rohit Arora.

Da die Universitätsklinik Innsbruck eine beliebte Destination für Fellows aus aller Welt ist, verlief die Organisation im Vorfeld reibungslos. Ich wurde herzlich empfangen und konnte mich nach einer kurzen Einführung unmittelbar dem Hüft- und Beckenteam im OP anschliessen.

Fellowship Bericht vom AO Trauma DACH Fellowship bei PD Dr. Dietmar Krappinger an der Universitätsklinik Innsbruck

Während meines Aufenthalts kam es täglich zu mehreren Schockraumaufnahmen, überwiegend infolge von Sportunfällen. Die Abläufe sowie die Nachbetreuung auf der Traumaintensivstation waren hervorragend organisiert und klar strukturiert. Auch die Versorgung internationaler Patientinnen und Patienten—häufig mit komplexen Fragestellungen bezüglich Versicherung, Rücktransport und notfallmässiger Interventionen—war effizient und routiniert geregelt. 

Den Grossteil meiner Zeit verbrachte ich im OP. Täglich wurde in neun traumatologisch-orthopädischen Sälen operiert, was mir eine flexible Gestaltung meines Tagesablaufs ermöglichte. An Tagen ohne Becken- oder Acetabulumfrakturen war ich jederzeit auch in anderen Operationssälen willkommen. Besonders wertvoll war die Möglichkeit, mich bei entsprechenden Eingriffen einzuwaschen und direkt am Operationstisch zu stehen – eine Erfahrung, die ich keineswegs als selbstverständlich erachte. Dadurch konnte ich die komplexe Anatomie, die unterschiedlichen Frakturmuster sowie die angewandten operativen Techniken besser nachvollziehen und lernen. 

Zudem hatte ich die Gelegenheit, Dr. Krappinger zwei Tage in seiner Sprechstunde zu begleiten. Dabei konnte ich wertvolle Einblicke in die Behandlung komplexer Frakturen und Revisionseingriffe der Hüfte und des Beckens gewinnen. Besonders schätzte ich, dass er sich stets die Zeit nahm, seine klinischen Überlegungen transparent darzulegen und fundiertes Fachwissen zu vermitteln. Es war schön zu sehen, wie die in der Sprechstunde besprochenen Konzepte am Folgetag im OP konsequent umgesetzt wurden.

Neben dem spannenden Klinikalltag blieb ausreichend Zeit, Innsbruck und seine Umgebung zu entdecken. Cafébesuche, das Erkunden von Sehenswürdigkeiten, Trailrunning in der Natur sowie ein Besuch im Stadttheater rundeten meinen Aufenthalt ab. Innsbruck präsentierte sich dabei als lebendige und sportbegeisterte Stadt, in der die Menschen das Frühlingswetter entlang des Flusses, auf Wiesen oder in Cafés mit Blick auf die noch schneebedeckten Berge genossen.

Internationale Austauschprogramme stellen eine grosse Bereicherung dar und ermöglichen es, den eigenen fachlichen und persönlichen Horizont zu erweitern. Ich durfte eine äusserst spannende und lehrreiche Zeit in Innsbruck verbringen, die mich mit vielen positiven Eindrücken bereichert hat und meine weitere Ausbildung in der Unfallchirurgie nachhaltig prägen wird.

Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Rohit Arora sowie PD Dr. Krappinger. Sein wissenschaftliches Engagement sowie sein aussergewöhnliches Wissen und seine chirurgischen Fähigkeiten sowie seine zugleich bodenständige Art haben mich sehr beeindruckt. Ebenso danke ich das gesamte Team für den offenen Wissensaustausch und die herzliche Betreuung.

Mein herzlicher Dank gilt zudem der AO Trauma Switzerland für die Ermöglichung dieses Fellowships und den finanziellen Zustupf, sowie auch dem Kantonsspital Winterthur (Dr. Gremminger, PD Dr. Benninger und Prof. Dr. Meier) für die wertvolle Unterstützung. 

Elin Winkler